Nachhaltige Beschaffung

Notwendigkeiten und Potenziale erkennen

Nachhaltigkeit - ein Handlungsprinzip, das bereits vor mehr als 300 Jahren Einzug in der Holzwirtschaft hielt und dennoch heutzutage vielmals als schwer greifbares Modewort wahrgenommen wird. Das Grundverständnis dieses Konzepts mahnt seit jeher, heute nicht auf Kosten von morgen zu leben. Doch dafür, dass nachhaltiges Handeln einem Dreifach-Spagat zwischen sozialen, ökologischen und ökonomischen Zieldimensionen gleichkommt, ist dies leichter gesagt als getan.

Gefordert von allen Seiten

Mittlerweile versteht eine Vielzahl an Unternehmen nachhaltiges Wirtschaften nicht mehr nur als optionale Kür, sondern als essenzielles Erfordernis. Auch dank stetig steigender Kundenforderungen, sich verschärfender Gesetzgebungen (z.B. Verpackungsrichtlinien und Berichtspflichten), dem Klimawandel und zahlreichen Zulieferer-Skandalen der letzten Jahre steigt der Druck auf Unternehmen, ihre Supply Chain offen zu legen.

Abbildung 1: Drei Zieldimensionen der Nachhaltigkeit

Die Beschaffungsfunktion kann hierbei einen wesentlichen Beitrag leisten, um Kosten zu senken, Reputation sowie Arbeitsgeberattraktivität zu steigern und die Umsatz- und Gewinnentwicklung positiv zu beeinflussen. Nichtsdestotrotz bleiben oftmals heftig geführte Debatten, wenn es darum geht, wie, wann und auf wessen Kosten Unternehmen ihre selbst auferlegten Nachhaltigkeitsziele erreichen. Obwohl Begriffe wie Green Procurement und Sustainable Procurement seit 20 Jahren im Trend sind, findet man diese in der Praxis oftmals nicht als dominierende Handlungsmaximen. In zahlreichen Einkaufsabteilungen sind die Weichen noch immer unzureichend auf Nachhaltigkeit gestellt. Die Chancen einer nachhaltigen Lieferkette werden unterschätzt, Implementierungskosten gescheut und mangelnde Kapazitäten und Know-how beklagt.

Beschaffungsstrategien entwickeln, verankern und messen

Wie also lässt sich Nachhaltigkeit als fundamentales Handlungsprinzip der Beschaffungsfunktion verankern? Zuallererst gilt es ein individuelles Verständnis des Begriffs und dessen drei Dimensionen (Ökonomie, Ökologie und Soziales) zu schaffen. Dabei ist es erfolgsentscheidend, die um Nachhaltigkeitsaspekte zu erweiternden Beschaffungsstrategien mit der übergeordneten Corporate Social Responsibility (CSR) Strategie abzustimmen und den Support durch das Top Management zu sichern.

Konkrete Beschaffungsstrategien und Einkaufsentscheidungen haben oftmals ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die drei Zieldimensionen der Nachhaltigkeit. Verbesserungen in bestimmten Bereichen (z.B. Lohnkostensenkung durch Outsourcing) führen häufig zu Beeinträchtigungen in anderen Bereichen (Anstieg von Transportaufkommen und CO2-Emissionen) und entsprechen somit nicht immer win-win-Situationen.

Für Unternehmen gilt es individuell diejenigen Warengruppen zu identifizieren, für die Nachhaltigkeit nicht im Widerspruch zu etablierten Einkaufszielen wie Kosten- und Risikominimierung steht. Durch strategische Priorisierung des Beschaffungsportfolios (z.B. anhand des Kraljic-Modells) werden „willkürlich injizierte“ Nachhaltigkeitsmaßnahmen vermieden. Energie, Verpackung und Logistik zählen dabei zu branchenübergreifend gültigen Beispielen für geeignete Warengruppen. Durch die anschließende Wahl geeigneter Beschaffungshebel werden die gewünschten Schnittmengen der drei Zieldimensionen herbeigeführt. Nachhaltigkeitskennzahlen wie beispielsweise die CO2-Emissionen der Tier-n-Lieferanten oder der Anteil zertifizierter Lieferanten (z.B. nach ISO 14001 und SA 8000) ergänzen daraufhin die klassischen Einkaufskennzahlen und machen resultierende Veränderungen messbar.

Nicht vertagen, source:net fragen

Die Entwicklung nachhaltiger Beschaffungsstrategien wird nur zu gerne aufgeschoben. Doch Verbraucher, Investoren und Unternehmen zeigen sich in Ihren Entscheidungen zunehmend motiviert durch die Transparenz und Zukunftsfähigkeit unternehmerischer Aktivitäten. Somit setzen sie Nachhaltigkeit unausweichlich auf die Agenda eines jeden Einkäufers.

Die Einkaufsexperten von source:net unterstützen Sie dabei, die strategischen Voraussetzungen für Sustainable Procurement zu schaffen. Um beispielsweise Einsparungen zu erzielen oder gesetzliche CSR-Richtlinien* zu erfüllen, identifizieren und implementieren wir gemeinsam mit Ihnen sozial, ökologisch und ökonomisch wirkungsvolle Beschaffungshebel. Sprechen Sie uns an, um Ihre Anforderungen zu diskutieren.

Tim Samson | München | 30.10.2018

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* Auszug aus Richtlinien, Normen und Regeln von internationalen Organisationen und Behörden:

GRI Sustainability Reporting Standards, Deutscher Nachhaltigkeitskodex (DNK), UN Global Compact: Communication on Progress (COP), Eco-Management and Audit Scheme (EMAS),  UK Modern Slavery Act 2015, AA1000 Assurance Standard, 2008 AA1000AS (2008), ISO 14001:2015, ISO 20400:2017, Foreign Corrupt Practices Act (FCPA), OECD Anti-Korruptions-Konvention, UK-Bestechungsgesetz, Kyoto-Protokoll, UK Umweltschutzgesetz, OSHA, HASAWA, ILO Konventionen, EU-Richtlinie 2014/95/EU, OFAC, AMLD IV Anti-Geldwäsche-Richtlinie (EU), EU Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Terrorismus, UK-Gesetz 2015 zur Sicherheit und Terrorismusbekämpfung, SOX (Sarbanes-Oxley Act)

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